Bad Wildungen: Erste Einigung für neues „Helo“

Stadtverordnetenversammlung beschließt mit 24 : 1 Stimmen Grundkonzept für Heloponte-Neubau

Das große Becken im Heloponte (Foto: w-d/Archiv)

In der Stadtverordnetenversammlung am gestrigen Montag war der Wille der Stadtverordneten deutlich spürbar, nach fast zehnjähriger Diskussion endlich zu einem Ergebnis zu kommen. Grundlage war ein Antrag der CDU-Fraktion, der die Eckdaten festlegte. So soll auf dem bisherigen Standort ein neues Freizeit- und Familienbad entstehen. Die alte Anlage soll abgerissen werden. Das neue Schwimmbad soll dann erhalten:
– ein 25 Meter langes Sportbecken mit 5 Bahnen,
– ein Lehrschwimmbecken,
– einen Kinderbereich und
– einen Saunabereich.
Die CDU schlägt vor, die Baukosten auf 14 Mio. Euro und das Defizit aus dem reinen Betrieb (ohne Abschreibungen und Kapitalverzinsung) auf 450.000 Euro zu deckeln. Die Angliederung eines verkleinerten Freibades bezeichnet die CDU als wünschenswert, wenn die Kostenbegrenzung das hergibt. Gleiches gilt für die Ausgestaltung des Freigeländes rund um das neue Heloponte.
Gemessen an den heftigen Auseinandersetzungen in der Vergangenheit verlief die Diskussion am Montagabend ziemlich ruhig. Nur Regina Preysing (Linke) und Klaus Stützle (B90/Grüne) argumentierten mit sachlichen Überlegungen dagegen.
Bürgermeister Gutheil bedankte sich zwar bei der CDU-Fraktion für den Vorschlag, hielt sich aber ansonsten merklich zurück. Es schien so, als sei ihm diese Lösung doch ein wenig zu einfach ausgefallen. Zudem meldete er Zweifel an der Deckelung des Betriebskostendefizits auf 450.000 Euro an. Die Stadtverordneten zeigten sich davon überwiegend unbeeindruckt und beschlossen fast einstimmig den vorgelegten Antrag der CDU.
Eine kurze Debatte über einen Zusatzantrag der FWG schloss sich an. Diese hatte einen Architektenwettbewerb für das neue Bad beantragt. Der Antrag wurde an den Magistrat zurückgegeben mit dem Auftrag, für den Planungsausschuss die Notwendigkeit eines Architektenwettbewerbs zu überprüfen und gegebenenfalls dessen Ausgestaltung darzustellen. Im Planungsausschuss soll dies dann diskutiert werden. Wenn darüber Klarheit herrscht, können die nächsten Schritte zur Umsetzung des Beschlusses erfolgen.

Anmerkung:
Es ist zu begrüßen, dass sich die Stadtverordnetenversammlung in großer Einmütigkeit hinter einem Vorschlag versammelt. Sogar die Befürworter anderer Lösungen zeigten sich zu Zugeständnissen bereit. Die bisherigen Lösungsvorschläge gerieten im Bürgermeisterwahlkampf unter die Räder und abenteuerliche Vorschläge erblickten das Licht der Welt. Es wurde Zeit, dass die Vernunft einzieht. Wer sich für die Vorgeschichte der Entscheidungen interessiert, darf auf unsere siebenteilige Serie „Der lange Weg zum neuen Heloponte“ aus dem Jahr 2017 verwiesen werden. Sie kann auf Wildungen-digital immer noch nachgelesen werden. Der Vorschlag hat das Zeug dazu, die Finanzen der Stadt nicht zu überstrapazieren und trotzdem ein attraktives Bad zu schaffen. Der Beschluss gehört schnell auf den Prüfstand, die möglichen Hindernisse müssen identifiziert und die Realisierung eingeleitet werden. (hmz)

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