Wie wär’s mit einem Workshop zur Zukunft der Stadt Bad Wildungen?

Ein Leserbrief

(Foto. w-d/Archiv)

Verwundert fragt man sich bei der Lektüre des engagierten Zeitungsartikels (in der WLZ) vom 22.3.19 über das „schöne Glashaus“ im Kurpark, welche Krux die sonst so abrisswillige Stadt ausgerechnet im Fall dieser „leichtgewichtigen Immobilie“ bewältigen zu müssen meint. Gilt es, von dringlicheren Sachständen durch Tätigkeit abzulenken?
Kaum jemandem wird beim Zeitunglesen entgangen sein, dass rundum in unseren Nachbargemeinden durchaus Ausbau und Weiterentwicklung betrieben werden. In Willingen, Arolsen, Fritzlar, selbst Diemelsee werden erfolgversprechende Touristikprojekte, moderne wie historische Neu- und Umbauten, wirtschaftliche Initiativen unter Nutzung diverser Fördermittel umgesetzt – ein Eindruck von Lebendigkeit!
Währenddessen schläft man hierorts den Schlaf nicht der Gerechten, sondern der Einfallslosigkeit und Resignation über den mit den Jahren schon unappetitlich gewordenen Dauerbrennern Kurhaus, Heloponte, Haus Oestreich u.a.. Da springt ein Investor, der sich spät erst outete, von der ohnehin wenig zukunftsträchtig erscheinenden Kurhausersatzplanung verständlicherweise ab, und aus dem Rathaus wird lediglich verlautbart, man werde „ohne Zeitdruck“ mit weiteren Interessenten verhandeln – glückliche Zuversicht! Es seien leider auch die Fördertöpfe für andere Vorhaben derweilen erschöpft, also auch dort wohl Geduld gefragt! Wohin will die Kur- und Gesundheitsstadt Bad Wildungen?
Zahlreiche Gutachten, mit teuren Kosten erstellt, verstauben ohne Konsequenzen in den Archiven. Ersichtlich scheint für mich, dass aus eigenem Vermögen kein neuer Impuls, keine Zukunftsvision erwachsen wird. Deshalb schlage ich vor, Experten von außerhalb mit unbefangenem, erfahrenen Blick auf die reichhaltigen, attraktiven Grundgegebenheiten von Stadt und Umgebung zu einem weiträumig angelegten „Workshop zur Zukunft der Stadt Bad Wildungen“ einzuladen und sie in mögliche Lösungskonzepte einzubeziehen. Es könnte die Chance sein, dass auch Bad Wildungen im 21. Jahrhundert ankommt. Noch will für uns der Wecker nicht klingeln.

Dr. Mechthild Hessbrüggen

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2 Kommentare

  1. Dr. Mechthild Hessbrüggen spricht mir aus der Seele.

    Das Glashaus ist zu schade zum Abreißen, das Kurhaus aber nicht? Und das Heloponte auch nicht? Stattdessen wollen wir einfallslose Neubauten, gesichtslose Kästen, die wiederum in 30 Jahren dem Abriß zum Opfer fallen?
    Wo sind die kritischen Stimmen, die hier einmal die präsentierten Zahlen hinterfragen? Hätten wir mit den 400.000€ für Gutachten – die uns übrigens bis heute zu keinem Ergebnis geführt haben – nicht besser Renovierungen am Heloponte durchgeführt? Einzelhandelskonzept, Gutachten für die Altstadt – Berater holen wir viele, Konsequenzen folgen wenige, und wenn, dann erweisen sie sich selten als positiv.

    Warum ist die Stadt nicht in der Lage, sich eine Nutzung für das Kurhaus zu überlegen und verscherbelt lieber das ganze Gelände?

    Die Wucht des demographischen Wandels und der Landflucht stehen uns noch bevor. Nachbarstädte haben uns in Sachen Attraktivität seit langem überholt, auch wenn der ein oder andere dies vielleicht nicht wahrhaben will. Dennoch ruht man sich hier auf den Lorbeeren längst vergangener Zeiten aus und steckt den Kopf in den Sand. Aber bekanntlich hat jedes Volk die Regierung, die es verdient, und so kann man den Stadtverordneten nicht allein die Schuld an dieser Untätigkeit zusprechen.

    Den Blick von außen gab es übrigens: Ich erinnere an das Studienprojekt der Hochschule Höxter aus dem Jahr 2017. Anstatt dieses allerdings zum Anlass zu nehmen, unsere Stadt neu und zukunftsorientiert zu denken, sind die Pläne ohne Diskussion in der Schublade verschwunden.

    Wohin die Stadt will, bleibt unklar, aber wenigstens die Parkhöhe wird nicht abgerissen ….

  2. der schriftzug kurhaus existiert nicht mehr, er wurde vor 5 jahren abgeschraubt….

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