Der lange Weg zum neuen Heloponte: Teil 5 – Die Workshops zur Vorbereitung einer Ausschreibung

(Foto: w-d/Archiv)

Der Magistrat erhielt nun am 1. 2. 2016 einen Auftrag der Stadtverordnetenversammlung (zum Beschluss „Bau einer Therme mit Sportbad am alten Standort“): Der Magistrat soll einen Planer ermitteln, der einen konzeptionellen Entwurf zusammen mit dem Finanz- und Planungsausschuss erarbeitet. Dieser Entwurf soll Grundlage für eine europaweite Ausschreibung (Architektenwettbewerb) sein.

Der Magistrat beauftragte das Büro Löweneck + Schöfer, München (Anmerkung des Verfassers: Dieses Büro hat das Aue-Bad in Kassel geplant, ein sehr großes Sportbad mit Sauna. Warum der Magistrat vom bewährten Partnerunternehmen Dr. Kannewischer abgewichen ist, bleibt auf den ersten Blick unerfindlich. Später zeigte sich die Absicht!).

Es fanden drei öffentliche Workshops mit Vertretern des Büros Löweneck und Schöfer, dem Finanzausschuss und dem Planungsausschuss statt, nämlich

  • am 26. 11. 2016
  • am 16. 2. 2017
  • und am 3. 4. 2017

Der erste Workshop endete in einem mittleren Fiasko. Das Büro begann die Grundsatzdiskussion, über Fragen, die längst entschieden waren, praktisch neu. Eine unsinnige Fragebogen Aktion bei den Teilnehmern führte zu der Schlagzeile in der WLZ „Noch nicht warm mit der Therme – erster Konzept-Workshop zum neuen Bad stellt zentrale Ausrichtung auf Privatgäste in Frage“.

Auf meine Nachfrage bei der Verwaltung, ob das Büro nicht über die Beschlusslage informiert worden sei, erhielt ich die Auskunft vom Sachbearbeiter: „Wir haben ihnen alle Unterlagen zugeschickt.“ Im Vorfeld war meine Bitte an den Bürgermeister, eine Vorbesprechung zu den Workshops zu machen, auf taube Ohren gestoßen. Der Workshop war also praktisch nicht vorbereitet.

Dass bei einer solchen Arbeitsweise die Stadtverordnetenversammlung, der Bürgermeister und die Verwaltung ihr Ansehen bei den Bürgern aufs Spiel setzen, ist offenkundig.

In der zweiten Workshop Sitzung musste ich daher als einer der beiden Ausschussvorsitzenden zu Beginn die Frage stellen, ob der alte Beschluss (Therme mit Sportbad) denn überhaupt noch gelte.

Erstaunlicherweise bestätigten die beiden Ausschüsse, dass sich an der Beschlusslage nichts geändert habe. Titel in der WLZ: „Kehrtwende nach der Wende“.

In der dritten Workshop Sitzung schlägt das Büro (nach den Diskussionen im Workshop 2) zwei grundsätzliche Varianten vor:

  • Gewichtung liegt auf der Therme
  • Gewichtung liegt im Sportbad Bereich mit Familien- und Freizeitelementen

Die Abstimmung in beiden Ausschüssen war für die Variante 1 bei jeweils nur einer Gegenstimme!

Nun lag es an den Ausschüssen, den Vorschlag 1 weiter zu konkretisieren. In sinnvoller Weise haben die beiden Ausschüsse dann auf Vorschlag des Planungsbüros über 10 Festlegungen abgestimmt, die ein Grundgerüst für den konzeptionellen Entwurf darstellen sollten.

Wolfgang Nawrotzki


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den weiteren Fortgang erfahren Sie in Folge 6 unserer Reihe.

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