Bürgermeister Ralf Gutheil an alle Einwohner der Badestadt

Foto: Katharina Jäger

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das Corona-Virus begleitet uns inzwischen Tag und Nacht. Es stellt unser gesamtes Leben, so wie wir es bisher gewohnt waren, auf den Kopf. Der Frühling ist da, wir wollen raus, uns treffen, gemeinsam Zeit verbringen, einkaufen… Und gerade das wird uns momentan eingeschränkt oder verwehrt. Das führt bei vielen zu Unverständnis, Ablehnung oder Panik. Menschliche Gefühle, die durchaus verständlich sind. Diese Situation ist neu – für uns alle.

Die Informationen über das Corona-Virus und die Zahl der Infizierten ändern sich ständig. Was erst vor wenigen Wochen „ganz weit weg“ in China begann, hat nun unseren gesamten Alltag und unser aller Leben erfasst und beeinflusst. Viele von uns sind verunsichert, weil es eine Flut von Nachrichten gibt und es schwer ist, zwischen seriösen Informationen und Gerüchten zu unterscheiden. Auch wenn unsere Ämter für den Publikumsverkehr aktuell nicht zugänglich sind, so informieren wir Sie doch so zeitnah wie möglich per Internet oder Zeitung und sind telefonisch und per E-Mail für Sie erreichbar.

Wir haben eine Epidemie, gegen die es zum aktuellen Stand noch keine Therapie, noch keinen Impfstoff gibt. Das ist Fakt. Weltweit arbeiten Wissenschaftler unermüdlich daran, ein wirksames Gegenmittel zu finden. Nicht nur das Corona-Virus ist der Feind, sondern auch die Zeit, die zur Erforschung des Virus und der Entwicklung von Medikamenten dringend gebraucht wird. Sie persönlich sind vielleicht kein Virologe, aber jede/r einzelne von Ihnen kann im Kampf gegen Corona etwas Entscheidendes beitragen: Zeit verschaffen! Zeit, die gewonnen wird, wenn die Ausbreitung des Virus so stark verlangsamt wird wie möglich. Je schneller sich die Menschen infizieren, desto weniger Zeit bleibt den Forschern, aber auch dem Pflegepersonal in den Kliniken. So gut wie unser Gesundheitssystem auch aufgestellt ist, es wird an seine Grenzen stoßen, wenn es in kürzester Zeit mit einer großen Anzahl an Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf konfrontiert wird.

Verschaffen Sie Zeit, schenken Sie Zeit. Und um das zu erreichen, muss das öffentliche Leben aktuell soweit wie möglich heruntergefahren werden. Nicht panisch und kopflos, sondern überlegt und mit möglichst wenig Schaden für jeden. Auch wenn Sie sich als Einzelperson eventuell eingeschränkt fühlen, so können Sie sicher sein, dass unser Gesellschaftssystem weiter funktionieren und auch die Versorgung sichergestellt bleiben wird. Das ist nicht einfach, und es wird in den nächsten Wochen sicher nicht leichter. Aber es kann einfacher werden, wenn jede/r von uns seinen Teil dazu beiträgt. Dazu gehört auch Solidarität und Rücksicht. Und Hamsterkäufe gehören definitiv nicht dazu! Kaufen Sie mit Verstand und Herz ein, schon dann machen Sie es den anderen Kunden und dem aktuell stark belasteten Personal in den Supermärkten viel einfacher.

Unsere aktuelle Waffe im Kampf gegen das Virus kommt nicht aus dem Labor, sie kommt von uns allen. Wenn wir die Lage jetzt so ernst nehmen, wie sie ist; wenn wir jetzt alle vernünftig handeln und nicht nur an uns, sondern auch an unsere Mitmenschen denken, dann sind wir auf dem besten Weg das Virus in die Schranken zu weisen. Es ist also nicht so, dass Sie nichts gegen Corona tun könnten. Im Gegenteil! Einzeln sind wir verwundbar, aber gemeinsam sind wir stark. Bitte helfen Sie mit, indem Sie Kontakte, Besuche und Reisen vermeiden. Das wird sicher nicht leicht. Aber es gibt in unserer modernen Gesellschaft viele Mittel und Wege, um auch aus der Entfernung in Kontakt zu bleiben und den geliebten Menschen seine Zuneigung zu zeigen.

Eine besondere Bitte habe ich an unsere jungen Mitbürger/innen: Die aktuelle schulfreie Zeit bedeutet keine „Corona-Ferien“, in denen man draußen wie gewohnt mit der Clique abhängt. Auch Ihr seid nicht immun! Aber Ihr seid jung und kreativ. Findet Alternativen zum Abhängen oder dem Besuch im Sportstudio. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Einkaufshilfe für die Menschen in Eurer Umgebung, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht zum Einkaufen vor die Tür können? Ehrensache!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, der Frühling ist die Jahreszeit, in der alles ringsum zu neuem Leben erwacht und aufblüht. Mit Ihrer Solidarität, Ihrem Verständnis und Ihrer Unterstützung wird es auch in Zukunft ein schöner Frühling und ein schönes Jahr werden. Um das wahr werden zu lassen, sind wir jetzt alle gefordert. Unabhängig von Religion, Geschlecht, Alter, Herkunft oder politischer Position sind wir doch in erster Linie eins: Menschen! Und so sollten wir uns auch verhalten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute!

Ihr Bürgermeister Ralf Gutheil

Hat Ihnen unser Artikel gefallen?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*