Schlammlawinen – Wie geht es weiter für Wega und Mandern?

Nach den heftigen Gewittern der letzten Wochen waren in den Wildunger Ortsteilen Wega und Mandern heftige Sturzbäche mit Schlamm durch die Orte geflossen und hatten auch die Bundesstraße überflutet, so dass sie gesperrt werden mußte.

Die Bewohner schauen nun bei jedem Regen sorgenvoll zum Himmel. Wildungen.digital hat nachgeschaut, woher das viele Wasser kam. Und wir zeigen, wie wenig sicher die Anwohner vor neuen Wasser- und Schlammmassen sind.

 

In Wega wird der mit Mais bebaute Hang über die Straße Aspenfeld „entwässert“. Unterhalb davon an der Bundesstraße ist ein Graben, der tief genug wäre, viel Wasser aufzunehmen. Allerdings – das Abflußrohr, das aus dem Aspenfeld abzweigt, ist mit Schlamm versperrt.

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Aber auch durch die Straße „An der Mose“ fließt das Wasser eines ganzes Hangs hinab – dies führt zur Überspülung der Wegaer Ampelkreuzung und der Bahnquerung.

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In Mandern, wo die Bundesstraße für mehrfach mehrere Stunden gesperrt war, und die Feuerwehr viel zu tun hatte, geht auch ein Graben entlang der Bundesstraße – allerdings hat der „Null Tiefgang“:

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Hier entlang der Straße „Am Stechersberg“ kommt ein Graben mit dem Wasser vom Hang und soll in das Gully entleert werden – wenn da nicht noch viel mehr Wasser direkt aus dem Feld hinzukäme! Damit ist der Abfluß überfordert. Der Graben entlang dem Stechersberg ist mittlerweile fast einen Meter tief, das Wasser hat streckenweise die neu gelegten Internet-Kabel freigespült. Hinter dem Gully hat sich ein Wasserfall tief eingegraben.

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Doch woher kommt das viele Wasser? Auch hier finden wir ganz oben auf dem Hang eine große Maispflanzung. Da läuft viel Wasser durch, nimmt den Mutterboden mit, und gewinnt enorme Geschwindigkeit. Die geraden Pflanzreihen sind wie eine Wasserbahn – da kommen die Furchen der Landmaschinen gerade recht – schon ist die neue Wasserleitung da.

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Viele kleine Ursachen, in der Summe eine große Wirkung. Für eine langfristige Lösung braucht man viele Sitzungen am Runden Tisch und kompetente Moderation. Aber die nächsten Gewitter kommen ganz sicher schneller, und so wie die Felder jetzt aussehen, werden die kommenden „Wasserfälle“ eher noch stärker. Durch die bisherigen Regenfälle sind „wilde“ Fließwege ausgespült und bestehende Durchlässe mit Schlamm verstopft. Dort, wo viel Wasser war, sind jetzt weniger Pflanzen. Das Wasser kann an solchen Hängen leicht den guten Boden wegschwemmen – damit ist den Landwirten, die möglichst viel von diesem Boden bestellen, auch nicht geholfen.

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Die hessische Landesregierung fördert übrigens  bis 2020 Maßnahmen zum vorbeugenden Hochwasserschutz mit bis zu 95% Zuschuss. Ein Grund mehr, nicht länger zu zögern – aber wer macht es? Fest steht, dass die Ortsbeiräte damit überfordert sind – hier ist die Stadtpolitik gefragt, Unterstützung zu organisieren von Menschen, die sich damit auskennen. Die, die hier wohnen, werden solange weiter sorgenvoll in den Himmel blicken, wenn es regnet.


Video: Mähler

Fotos: R.Preysing

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2 Kommentare

  1. Mais
    Wird für Biomassenanlagen gebraucht. Gute Energie
    Wollen wir doch
    Das bisschen Überschwemmung
    Ist doch ökologisch wünschenswert
    Wenn Autos stehen.
    Ist doch wohl auch gewollt.

  2. https://www.spektrum.de/news/die-groesste-flut/1197755

    Unwetter, Hochwasser und Bodenerosion sind nicht neu. Selbst die Magdalenenflut des Jahres 1342, die der Pest den Weg bereitete, hat unsere Gesellschaft überlebt.

    Also besteht noch Hoffnung, dass auch unsere östlichste Ansiedlung die sich abzeichnende Flut von Gutachten und uferlos versumpfenden Sitzungen unserer Fürsorger im Parlament übersteht.

    Vielleicht sollten die Beteiligten und die Leidenden nicht nur über den pöhsen, pöhsen Klimawandel lamentieren, sondern auch die aktuelle Nutzung der Böden äußerst kritisch betrachten.

    Wie würden die Äcker den heute ohne Fukushima und dem EEG unseres „lieben“ Murksel bestellt?

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