„Herkules darf umziehen?“

Stadtparlament will Entscheidung durchpeitschen

Eines der Schaufenster in der Homberger Innenstadt

Eine Reihe von Geschäftsleuten in der Innenstadt fürchten um ihre Existenz. Es gibt immer mehr Bürgerinnen und Bürger, die sich nach dem Weggang von Tegut und dem geplanten Umzug von Herkules an die Itzel um ihre Nahversorgung mit Lebensmitteln große Sorgen machen.

Vor etwa 6 Jahren lud die Wildunger Wirtschafts-Runde zu einer Podiumsdiskussion „Ab in die Mitte“ ins Maritim-Hotel ein, zu der über 200 Wildunger Bürgerinnen und Bürger kamen. Eine Abordnung der Stadt Homberg/Efze warnte davor, denselben verheerenden Fehler zu machen, auf der grünen Wiese ein Kopplungszentrum zu errichten, also genau das, was jetzt an der Itzel über das schon bestehende hinaus geschehen soll.

In der Folge zog in Homberg/Efzes Innenstadt ein Geschäft nach dem anderen weg, zum Schluss noch die Sparkasse und die Apotheke. Diese, so konnten sich einige Wildunger Bürgerinnen und Bürger und einige Stadtverordnete damals bei einem Besuch überzeugen, war nahezu menschenleer. In den Schaufenstern waren Schilder mit der Aufschrift „zu verkaufen“ und „zu vermieten“.

Würde dies in der Kurstadt eintreten, wäre zu bezweifeln, ob Kurgäste oder Gesundheitstouristen ein zweites Mal nach Bad Wildungen kommen würden

Gibt es denn für die Stadt einen Ausweg?

Theoretisch schon. Herkules könnte dabei die gewünschte Größe von 4.800 qm bekommen, nur eben nicht an der Itzel. Noch gibt es den dafür erforderlichen Platz in der Innenstadt.

Geschickt positioniert und architektonisch ansprechend gestaltet hätte Herkules eine enorme Anziehungskraft mit allen positiven Begleiteffekten für Geschäfte in der ganzen Brunnenstraße und Brunnenallee.

REWE hatte seine Bereitschaft bekundet, mit mindestens 6.000 qm in der Innenstadt zu investieren unter der Bedingung, dass „im Außenbereich keine weitere Entwicklung stattfindet“.

Letzteres soll nun aber geschehen. Konkret könnte dies bedeuten, dass sich dann für eine Ansiedlung am Standort Innenstadt kein Lebensmittelgeschäft finden wird.

Im Eilverfahren sollen nun die Stadtverordneten nicht mehr änderbare Fakten schaffen. Dies, ohne das Ergebnis des Verträglichkeitsgutachtens abzuwarten. Eine Entscheidung mit einer solch erheblichen Auswirkung auf die Zukunft der Stadt lässt ein rasches Eintüten des Dauerbrenners Herkules und Molkerei zumindest als problematisch erscheinen.

Besser wäre es, das Tempo raus zunehmen, nicht beantwortete Fragen zu klären und erst die Verträglichkeitsprüfung abzuwarten.

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1 Kommentar

  1. Ein Herkules Markt, mit einer gewünschten Größe von 4.800 qm, in der Innenstadt, mit all den damit verbundenen Widrigkeiten, insbesondere den damit aufkommenden fahrenden und ruhenden Verkehr, ist so ein Markt, der auf Kaufkraft von weit außen angewiesen sein wird, in einer Kleinstadt wie Bad Wildungen, deren Kernziele es sind: eine Stadtentwicklung voranzubringen, die auf einem zukunftsweisenden Gesundheits-, Wellness- und Urlaubs- sowie Freizeittourismus fußt, ist so ein Markt in einer Innenstadt, in einer Zeit wo sich die Einkaufsgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger durchgreifend verändert haben und werden, überhaupt noch zeitgemäß?

    Diese Frage muss man sich doch als verantwortungsbewusster Entscheidungsträger stellen.

    Zukunftsweisende (Innen-) Städte sollten (müssen heute) lebensbejahend geplant werden. Hier sind neue Ideen und Konzepte gefragt – damit die Innenstädte wieder von der Bürgerinnen und Bürger (stark) besucht werden.

    Um unsere Fantasie hier zu fördern, lässt Jan Kamensky (Utopia for Bikers) wieder Autos auf dem Barbarossaplatz in Köln fliegen.“
    https://www.facebook.com/urbancyclinginstitute/videos/190169996601172

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