Die Büchse der Pandora – das Feuer von Tschernobyl brennt noch, ganz lange

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Heute vor 32 Jahren kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in der nördlichen Ukraine zum Super-GAU. Womit kaum jemand gerechnet hatte – schließlich hatten ja Physiker und Politiker zuvor immer wieder beteuert, dass so etwas statistisch nur alle zig-tausend Jahre vorkomme – wurde katastrophale Realität. Bei dem Unglück wurde auf einen Schlag 200 Mal so viel Radioaktivität in die Atmosphäre freigesetzt wie bei den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen. Die Auswirkungen für Menschen und Umwelt waren verhängnisvoll und dauern bis heute an.
Auch der neue riesige „Sarkophag“ wird die noch Millionen Jahre fortdauernde radioaktive Strahlung nicht nachhaltig abschirmen.


Schon 25 Jahre später, im März 2011, wird der Reaktor in Fukushima in Japan in Folge eines schweren Seebebens und den damit verbundenen Tsunamis gravierend beschädigt. Von insgesamt sechs Reaktorblöcken kommt es in dreien zur Kernschmelze. Die Gebäudehüllen der Reaktoren werden durch Explosionen so stark beschädigt, dass Unmengen an Radioaktivität in die Atmosphäre dringen und sich über Land und Meer global verteilen.
Sieben Jahre ist es her, dass die letzte große Atomkatastrophe,die Welt schockierte und ihr vor Augen führte, welche Gefahren und Risiken die Nutzung von Atomenergie in sich birgt. Noch im selben Jahr besiegelte die Bundesregierung ihren Atomausstiegs-Beschluss. Doch bis heute sind sieben deutsche Reaktoren in Betrieb, die immer älter und störanfälliger werden. Zudem ist Deutschland noch immer der zweitgrößte Atomstromproduzent der EU.
Auch die seit Jahren in der Öffentlichkeit präsente und heiß diskutierte Debatte um die dauerhafte Entsorgung des anfallenden radioaktiven Materials hält an. Von einer „befriedigenden“ Lösung sowohl für die AtomgegnerInnen als auch für die Energieunternehmen kann keine Rede sein.
Pandora war nach der griechischen Sage die erste Frau. Sie war durch Hephaistos geschaffen worden und von allen Göttern mit Reizen ausgestattet. Göttervater Zeus schickte sie mit einem Fass (Büchse der Pandora) voller Übel zu den Menschen, um diese für den Raub des Feuers zu bestrafen. Epimetheus nahm sie zur Frau trotz der Warnung von Prometheus, von Zeus kein Geschenk anzunehmen. Nach dem Öffnen der Büchse der Pandora kamen so alle Übel über die Menschen. Den Menschen blieb aber die Hoffnung.

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