Neue Lage beim Wildunger Kurhausprojekt

Aktueller Kurhaus-Einblick

Vier Interessenten stellten ihre Ideen für das Kurhaus-Gelände vor

Am 8. Mai 2022 hatte wildungen-digital bei der Ankündigung der nächsten Planungsausschusssitzung die Frage gestellt „Wird es beim Kurhaus jetzt konkret?“

Nach der Sitzung am vergangenen Mittwoch kann diese Frage mit einigem Recht bejaht werden. Stellten doch die nunmehr vier verbliebenen Interessenten-Gruppen der Öffentlichkeit ihre Vorschläge für eine erste Grundkonzeption zur Entwicklung des Kurhausareals vor.

Vor wenigen Tagen hatte noch die Vorsitzende des Vereins zum Erhalt des Kurhauses Christiane Aust in einem Leserbrief in der WLZ bemängelt, dass Entscheidungen, die die Entwicklung der Stadt langfristig verändern werden, über und vielleicht auch gegen den Willen der hier lebenden Menschen getroffen werden sollen.

Hintergrund dieser Meinung ist, dass verantwortliche Politiker der Stadt eine schnelle Entscheidung über die Vergabe des Geländes durchsetzen wollten. Nach der langen Vorlaufzeit sollte das Projekt endlich von der Agenda abgeräumt werden. Regina Preysing, Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“, erklärte dazu: „Es ist gut, dass sich die Linie von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Schmal nicht durchgesetzt hat, in nichtöffentlicher Sitzung des Ältestenrates Vorentscheidungen zu treffen. Das hätte zu recht den Eindruck von fehlender Transparenz bei dieser wichtigen Entscheidung erzeugt.“

Schließlich entschieden sich die Vorsitzenden der Fraktionen und die Mitglieder des Planungsausschuss nach ersten nicht-öffentlichen Informationsveranstaltungen dafür, dass alle Bewerber um das Kurhaus-Areal ihre Pläne der Wildunger Öffentlichkeit präsentieren sollten. Nachdem eine einheimische Gruppe ihr Vorhaben angesichts der Mitbewerber aufgegeben hatte, konnten am 11.5. 2022 vier Interessenten – ohne jede Vorauswahl oder Priorisierung – ihre Pläne und Ideen präsentieren. Diese waren gegenüber der ersten Vorstellungsrunde weiter präzisiert und zum Teil auch verändert worden.

Erstaunlich war, dass nur zwei der vier Gruppierungen kategorisch den Abriss des Kurhauses vorsahen, die beiden anderen dagegen von einem Erhalt, wenn auch mit Veränderungen, ausgehen.

Das letztere wurde bislang von einer klaren Mehrheit der Fraktionen des Stadtparlaments ausgeschlossen. Nun legten die beiden Gruppierungen, die den Erhalt des Kurhauses vorsehen, so fundierte Präsentationen vor, dass die Lage wieder offen scheint. Deshalb sagte Ausschussvorsitzender Helmut Simshäuser (CDU) die für den 19. Mai geplante Ausschusssitzung ab, in der bereits eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden sollte. Es gibt jetzt weiteren Beratungsbedarf in den Fraktionen. Ob noch eine Entscheidung vor der Sommerpause getroffen werden kann, ist zunächst noch offen.

Außerdem ist noch offen, ob es zu der z.B. vom Kurhausverein geforderten Einbeziehung der Bürgerschaft in die Entscheidung kommen kann – und welches ggf. geeignete Formate dafür sind.

(nh)

Wildungen-digital wird die vier Konzepte in Kurzfassungen demnächst veröffentlichen.

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1 Kommentar

  1. Wer die Wahl hat, hat die Qual“

    Welchen Initiator, mit welchem Konzept, soll man jetzt das Vertrauen aussprechen – der bzw. das der Stadt BW tatsächlich den dringend notwendigen Impuls für eine zukunftsweisende, auf Eigendynamik basierende, Stadtentwicklung geben könnte?

    Jetzt beginnt doch erst der eigentliche Findungsprozess.

    Um hier eine Entscheidung herbeizuführen, sollten, nein müssen, die Initiatoren (jetzt) beweisen, an Hand von Zahlen (…) und Fakten (…), dass ihr Konzept das beste, das stimmigste, insbesondere das zukunftsweisendste Konzept für Bad Wildungen ist.

    Das war zu erwarten: Alle vier vorgestellten Konzepte basieren (letztendlich) auf dem Status Quo, der Verbesserung und Erweiterung des heutigen Ist-Zustandes.

    Investitionskosten von 25 bis zu 60 Mio. € werden von den Initiatoren prognostiziert. Eine, für eine Kleinstadt wie Bad Wildungen, kraftvolle Summe, insbesondere für die (heimische) Wirtschaft – Arbeitsplätze und Einkommen; auch für die öffentlichen Institutionen – Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen etc.

    All dies darf und sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das primäre Ziel eine zukunftsweisende, eine auf Eigendynamik basierende Stadtentwicklung in Gang zu bringen, sein sollte.

    Fazit: Allein auf dem Fundament eines Grundkonzeptes, kann doch kein/keine Parlamentarier:in, in einen Entscheidungsprozess eintreten und eine sachliche Entscheidung – eine dem Ziel gerecht werdende Sachentscheidung treffen. Ich könnte das nicht!

    Was also tun?

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