„Kinderfreundliche Kommune“ – kinderfreundliches Bad Wildungen?

Symbolbild: pixabay

Eine Initiative der Fraktion Freie Wähler in der Stadtverordnetenversammlung Bad Wildungen.

Vor dem Hintergrund des Bürgerhaushalts und der Frage, welche Vorschläge davon umgesetzt werden sollen, erinnert Anke Blume an den Antrag der Fraktion Freie Wähler, dass Bad Wildungen „Kinderfreundliche Kommune“ werden solle. Dieser Antrag wurde damals nicht umgesetzt, da Bad Wildungen schon kinderfreundlich genug sei und es hierfür keines Labels bedürfe, dieses Verfahren würde nur Kosten verursachen. 

Dem steht aber entgegen, dass sich allein neun Anträge aus dem Bürgerhaushalt mit mehr Kinderfreundlichkeit in Bad Wildungen befassen, ergänzt Susanne Wagener. Bei 56 eingereichten Vorschlägen werde somit fast in jedem fünften Vorschlag mehr Kinderfreundlichkeit gefordert.

Kinder haben ein Recht auf Bewegung, und daher seien attraktive Spielplätze natürlich wichtig. Es gebe aber noch andere Möglichkeiten, dem Bewegungsrecht von Kindern Rechnung zu tragen. Temporäre Spielstraßen seien möglich, aber auch die Sperrung der Brunnenallee an dem ein oder anderen Sonntag im Jahr und der Ausweisung als Spielfläche in dieser Zeit, oder die grundsätzliche Ausweisung öffentlicher Flächen als Spielflächen. Kinderfreundlichkeit zeichne sich aber nicht nur durch Bewegungsmöglichkeiten aus. 

Viel eher bedeute mehr Kinderfreundlichkeit auch ein Mitspracherecht für Kinder, auch bei kontroversen Themen. So gebe es in anderen Gemeinden vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten, wie ein Rederecht für Kinder in Gemeinde- beziehungsweise Stadtverordnetenversammlungen, die auf der Webseite der hessischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendbeteiligung mit Beispielen vorgestellt werden.

Kinderrechte müssen überall mitgedacht werden, denn eine starke Demokratie braucht starke Kinder, unterstreicht Anke Blume.

Kinderfreundliche Maßnahmen haben darüber hinaus auch verschiedene positive Aspekte: Neben dem naheliegenden Zuzug von mehr jungen Familien sinke zum Beispiel auch die Kriminalitätsrate, und mehr Arbeitsplätze entstehen, wie die im Auftrag der UNICEF durchgeführte Umfrage „Kinderrechte in Kommunen“ belege. 

Der Antrag auf Teilnahme am Netz „kinderfreundliche Kommune“ sei vor knapp zwei Jahren im Magistrat allein aus monetären Gründen abgelehnt worden. Dabei betragen die tatsächlichen Kosten der Verfahrens nur rund 4000,-€ pro Jahr. Das in der Nähe liegende Witzenhausen sei bereits „Kinderfreundliche Kommune“ und habe dafür Fördermittel aus den LEADER-Programmen erhalten.

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