Bad Wildungen: Kampf um gutes Wasser in Hundsdorf

Bericht aus dem Planungsausschuss

Quelle III (Foto: Horst Reis)

In der Stadtverordnetenversammlung am 9. Juni hatte die Fraktion Freie Wähler einen Antrag zur Erhaltung der Waldquelle (Wasserquelle III) eingebracht. Zur genaueren Beratung war dieser Antrag in den Planungsausschuss überwiesen worden.

Unter reger Anteilnahme von Hundsdorfer Bürgerinnen und Bürgern mit Ortsvorsteher Horst Reis an der Spitze ergab sich bei der Gelegenheit ein interessantes Fachgespräch zu Fragen der Wildunger Wasserversorgung, hier im speziellen von Hundsdorf.

Hatte doch die Wasserversorgungsgesellschaft (BKW) vorgeschlagen, die Quelle III stillzulegen und stattdessen einen Tiefbrunnen zu reaktivieren. Dies verursachte in Hundsdorf einigen Widerstand.

Geschäftsführer Tent (BKW – Wasser) hatte einen Hydrogeologen eines Ingenieurbüros und einen Vertreter des Kreisgesundheitsamtes mit aufgeboten, um die Stilllegungsempfehlung zu begründen.

Zunächst führte Tent aus, dass die Flachquelle III in den letzten 10 Jahren einen Rückgang der Schüttung um etwa 50 Prozent zeige. Außerdem ergeben sich eine Reihe von technischen Problemen, was zu einem geschätzten Kostenrahmen für die Sanierung von ca. 370.000 Euro führt. Tent: „Wir schlagen eine einfache und effektive Lösung vor: Reaktivierung des Tiefbrunnens I, der Wasser bis aus 100 Meter Tiefe fördert und der in der Nähe des Hochbehälters liegt. Es gibt keinen sachlichen Grund, die Waldquelle zu erhalten.“ Der Kostenrahmen für die Reaktivierung belaufe sich auf geschätzte 240.000 Euro. Die beiden zugezogenen Experten stimmten dieser Auffassung zu und vermittelten der Versammlung interessante Detailkenntnisse über Wassergewinnung, Geologie und chemische Beurteilung von Wasserqualität.

Die vom Ausschussvorsitzen Wolfgang Nawrotzki auch für die anwesenden Bürgerinnen und Bürger eröffnete Aussprache ergab, dass die Versammlung ein wenig den Charakter einer Bürgerversammlung annahm. Dies veranlasste Bürgermeister Gutheil zu dem Hinweis, dass doch eigentlich nur die Ausschussmitglieder Rederecht hätten.

Die Teilnehmer zeigten sich jedoch von den Fakten beeindruckt, nur Ortsvorsteher Reis drückte sein Unverständnis aus, dass die Waldquelle geschlossen werden solle.

Sowohl Wolfgang Nawrotzki als auch Ausschussmitglied Klaus Stützle wiesen darauf hin, dass man an diesem Beispiel die Bedeutung der Nachhaltigkeitsdiskussion über die zukünftige Wasserversorgung der Stadt sehen könne.

In der weiteren Aussprache ergab sich dann noch ein Vorschlag, um die vollständige Schließung der Waldquelle zu vermeiden. Geschäftsführer Tent von der BKW erklärte sich nach Beiträgen aus dieser Diskussion bereit, die Waldquelle zu einer Zapfstelle für Hundsdorf umzubauen. Auf Vorschlag von Marc Vaupel (CDU) kam man überein, in der nächsten Stadtverordnetenversammlung im August solle der Aufwand für die Reaktivierung des Brunnens und die Anlegung der Zapfstelle vorgestellt werden, damit dann die Stadtverordnetenversammlung entscheiden könne.

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2 Kommentare

  1. Katja Walter „…. Bürgermeister Gutheil … eigentlich nur die Ausschussmitglieder Rederecht …..“
    §62 (6)HGO: „Ausschüsse können Vertreter derjenigen Bevölkerungsgruppe, die von ihrer Entscheidung vorwiegend betroffen werden, und Sachverständige zu den Beratungen zuziehen.“

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