Ukraine-Solidaritätskundgebung: Die drei Hauptredner

Heute die gekürzte Rede des Dekan i.R. Peter Laucht vom 2. März 2022

Dekan i.R. Peter Laucht spricht stellvertretend für die Kirchen auf der Kundgebung Foto: Zinke

Dekan i.R. Peter Laucht sprach stellvertretend für die Kirchen von diesem Krieg als einer durch nichts zu rechtfertigende Verachtung der Völkerrechtserklärung der Vereinten Nationen. Darin ist ein Angriff auf einen anderen Staat ausdrücklich verboten. Dabei habe die damalige Sowjetunion 1945 die Charta der Vereinigten Nationen mit verabschiedet.

Der russische Präsident habe alle diplomatischen Bemühungen um die Erhaltung des Friedens missachtet und seine Gesprächspartner mit Lügen in die Irre geführt.

Laucht verwies auf auch Hitlers Angriff auf die Ukraine mit millionenfachem Tod und unbeschreiblichem Leid.

Putin habe zusammen mit Weißrusslands Lukaschenko vor, sein autoritäres und menschenverachtendes Herrschaftsmodell den 44 Millionen Einwohnern der Ukraine aufzuzwingen.

Zu dessen Motiven sagte Laucht: „Putin will ein demokratisch und freiheitlich organisiertes Gesellschaftssystem in der unmittelbaren Nähe von Russland verhindern.“ So erkläre sich auch seine Unterdrückung der Meinungs- und Pressefreiheit, die Fälschung von Wahlergebnissen und die Missachtung der Menschenrechte. „Wer demonstriert, landet im Gefängnis.Nächstenliebe und Gottesfurcht werden erstickt.“

Es sei bitter, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche diesem Wahnsinn nicht öffentlich widerspreche.

Laucht bezieht sich auf eine Idee des Philosophen Immanuel Kant, der 1795 (!) die erst 150 Jahre später erschaffene Charta der UN im Kern vorwegnimmt: Erst die Voraussetzung der Menschenrechte als gemeinsamer Rechtszustand ermögliche Frieden zwischen den Staaten.

Wir alle sollten Politikerinnen und Politiker einschließlich des Autokraten Putin um Weisheit bitten.

Jedoch fordere die nüchterne Einschätzung und die politische Verantwortung im äußersten Fall auch, der Gewalt mit Machtmitteln zu widerstehen. „Gewalt nicht zu widerstehen ist auch Gewalt“ (Zitat südkoreanischer Frauen am Weltgebetstag 1997).

Laucht fordert auch, „denen zu widerstehen, die den Frieden unseres Landes beschädigen, indem sie das demokratisch errungene Gesellschaftsmodell und damit die Menschenrechte infrage stellen“.

Er schließt mit dem eindringlichen Appell: „Lasst uns dem ukrainische Volk mit unseren Möglichkeiten Beistand leisten und ihm unsere Solidarität bekunden!“

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