Unsere Vögel vor dem Winter

Schnappschüsse vom warmen Wohnzimmer aus

Foto: Manfred Zinke

Wie gut wir es doch haben! Kühlschranktür auf, vielleicht noch einen Topf auf den Herd, das ist unsere Realität. Der Blick aus dem warmen Wohnzimmer auf die schon verwelkten Sonnenblumen bei Temperaturen, die sich unaufhaltsam dem Gefrierpunkt nähern, macht mir dieses Privileg der Gattung Mensch bewusst.

Die Kamera auf dem Stativ fängt die ganz andere Realität unserer Vögel ein: Wer sich jetzt nicht die nötigen Energiereserven zulegt, wird den Winter vielleicht nicht überstehen! Es ist faszinierend, den Blau- und Kohlmeisen, Zeisigen, Buchfinken dabei zuzusehen, wie sie an die Sonnenblumenkerne heranzukommen versuchen. Die Meisen machen das mit mit virtuoser Leichtigkeit und krallen sich von unten fest, während alle anderen wahre Verrenkungen anstellen müssen, um an die kalorienreiche Nahrung heranzukommen. Unten sind die Profiteure des „Abfalls“ am Werke: Die Spatzen sind jedoch recht lange damit beschäftigt, die Schalen der Kerne aufzubrechen.

Nun wird es allmählich Zeit, die Vogelhäuschen und Futterstellen aufzustellen, damit es zu keiner Unterbrechung beim immer knapper werdenden Angebot kommt. Die Vogelwelt litt auch im vergangenen Sommer unter dem stark zurückgegangenen Angebot an Insekten. Die Folge ist (und war schon Jahre zuvor) ein teilweise dramatischer Rückgang der Vogelpopulationen. Die jetzt noch da sind haben unsere Hilfe verdient!

Foto: Manfred Zinke

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3 Kommentare

  1. Chère Doris Klein, je lis régulièrement vos commentaires et je suis ravie. L’année prochaine, je viendrai à Bad Wildungen pour rendre visite à un ami. Ce serait bien si nous pouvions nous rencontrer en personne. Avec mes meilleures salutations à Jean-marie

  2. Vom geheizten Wohnzimmer aus sieht auch Not nett aus. Da fällt dem Beobachter nur das fehlende Winterfutter für die Piepmätze ein. Das fehlt auch einer Menge Menschen. In unserem Wohlfahrtsstaat. Die Arbeitlosenstatistik ist verlogen. Die Politik weiß das und tut nichts dagegen. Denn das bringt zu wenig Wählerstimmen, wenn überhaupt. Ehrenamtliche versuchen zu helfen. Und das kapitalistische Prinzip bleibt wieder siegreich. In allem steckt eben Politik. Auch wenn es nur um Piepmätze geht.

  3. Schön geschrieben! Vielen Dank.

    Allerdings wäre eine ganzjährige Fütterung mit zusätzlicher Wasserstelle noch wesentlich hilfreicher. Dazu naturnahe Gärten, keine Pestizide/Insektizide und kein Einsatz von Laubbläsern und -saugern, die die kleinen Tierchen im Boden vernichten. Wer dann noch das Laub unter Büsche und Bäume kehrt und auf den Mähroboter verzichtet, hat schon sehr viel für die heimische Vogelwelt getan.

    Dass zur Brutzeit keine Hecken geschnitten und Bäume gefällt werden, ist leider auch noch nicht in allen Köpfen angekommen. Und traurigerweise gibt es Menschen, die immer noch Schwalbennester abschlagen, damit die Fassade „sauber“ bleibt, oder gar zwischen „guten“ und „bösen“ Vögeln unterscheiden.

    Ich ziehe jedes Jahr ehrenamtlich zahllose verwaiste Wildvogelkinder auf, päpple verletzte Tiere und wildere sie später wieder aus. Vögel mit Handicap bekommen bei mir oder Mitstreitern ein artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit. Immer wieder werden mit heimische Vögel gebracht, und ich bin entsetzt wie wenig die Menschen noch von der Natur wissen. Da kommen Mauersegler als Greifvögel angekündigt; Spatzen, die mit Ei und Weißbrot fast zu Tode gefüttert wurden… Die Liste ist endlos. Und wir „Päppler“ erhalten keinerlei Unterstützung, stemmen alles ehrenamtlich oder mit Spenden. Wer weiss schon, dass ein einziges Amselkind am Tag locker für 5 bis 6 Euro Insekten vertilgt? Wenn mir mein Tierarzt nicht so selbstlos unter die Arme greifen würde, wäre der einsatz überhaupt nicht mehr zu stemmen. Von der Problematik, die durch freilaufende Katzen verursacht wird, will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Und so wie mir geht es auch den wenigen, die hier im Umkreis bis Kassel überhaupt (noch) aktiv sind.

    Wenn ich mir dieses Jahr etwas zu Weihnachten wünschen dürfte dann dies: Liebe Menschen, vergesst mal einen unaufgeräumten Garten oder Vogelkacke an Hauswand oder Gartenmöbeln. Lernt eure heimische Fauna und Flora kennen, lieben und schützen. Und lamentiert nicht in irgendwelchen Onlineforen, sondern werdet selbst aktiv. Ein Like nutzt niemandem, tatkräftige Hilfe aber schon. Danke

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