E-Autos: Ja oder nein oder was (Teil 3)

Das verborgene Innere des Wasserstoff-Autos Mirai mit Brennstoffzelle, Elektromotor, Wasserstofftank. Quelle: Toyota-Medien

Wasserstoff statt Benzin oder Diesel – ist der Raketenbrennstoff die Lösung?

von Manfred Zinke

Raketen werden mit Wasserstoff-Antrieb ins All befördert. Mancher erinnert sich noch an diese Unterrichtsstunde in Physik oder Chemie, bei der man „Elektrolyse“ ins Heft schrieb: Mit Gleichstrom wurde Wasser in die beiden gasförmigen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Die mutigeren Lehrer haben das Gemisch dann angezündet und litten danach, falls das Mischungsverhältnis stimmte, unter Tinnitus.

Könnte Wasserstoff nicht auch Autos antreiben, ohne dass klimaschädliches CO2 entsteht?

Variante 1:

Vor Jahrzehnten lief in Schweden ein Langzeitversuch mit etlichen Volvos, die statt mit Benzin mit  Wasserstoff betankt wurden. Es waren also Verbrenner mit dem Unterschied, dass kein CO2 aus dem Auspuff kam. Stickoxide schon, denn die angesaugte Luft enthält nun mal zu 70 % Stickstoff. Dieser Versuch wurde – wie viele weitere Versuche mit Prototypen der Autoindustrie – eingestellt. Der für mich plausibelste Grund dafür ist die schlechte Energiebilanz (der Wirkungsgrad), die schon bei der Herstellung von Wasserstoff beginnt. Aus überschüssigem Windstrom Wasserstoff zu machen wäre jedenfalls intelligenter, als Windräder abzuschalten.

Variante 2:

Brennstoffzellen-PKW, die auch mit Wasserstoff laufen, aber eben nicht mittels Verbrennung (und stickoxidfrei !), werden von einigen Herstellern – Toyota, Honda, Hyundai, Mercedes-Benz, Audi – serienmäßig angeboten. Mit 4 bis 6 kg Wasserstoff unter 700 bar kommt man 400 bis 600 km weit. Mancher Hersteller schwärmt von einem Wirkungsgrad von 60 %, der sicher nicht alleine auf den Brennstoffzellen-Antrieb zurückzuführen ist. Einer der Tricks heißt Rekuperation:  Beim Bremsen wird statt Wärme el. Strom erzeugt und in einem Akku gespeichert. Das kann das E-Auto auch.

Diese Brennstoffzelle, von der es viele Varianten gibt (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schema-Brennstoffzelle.svg), hat gegenüber dem Lithium-Akku vor allem die Vorteile sehr großer Lebensdauer und rascher Betankung. Sie arbeitet zuverlässig und leise.

Warum wird sie dennoch heute überwiegend für stationäre Anwendungen (Heizung, Notstromversorgung u.ä.)  und fast nicht zum CO2-freien Autoantrieb verwendet?

Schauen Sie sich mal den Preis für den Audi h-tron quattro oder Toyota Mirai an!

Und dann suchen Sie die nächstgelegene Wasserstofftankstelle! Wem diese zugegebenermaßen spärlichen Informationen nicht reichen, dem empfehle ich die Publikation „Auto-Kraftstoffe (5): H2 – hoffnungslos hintenan“ (http://www.sonnenenergie.de).

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1 Kommentar

  1. „Mal abgesehen von vielen weiteren Widrigkeiten die eine Wasserstofftechnologie mit sich bringt: Hier muss dreimal so viel Kraft aufgewendet werden als letztendlich genutzt werden kann – dies kann doch nun wirklich keine intelligente Technologie – somit zukunftsweisend sein. Auch nicht wenn der Wasserstoff mit regenerativen Kraftquellen hergestellt wird. Für die Herstellung von 1 Kilogramm (kg) Wasserstoff werden ca.10 Liter Süßwasser in Gas (Wasserstoff und Sauerstoff) gewandelt. Nur allein die PKWs in Deutschland, haben 2013 ca. 611 Milliarden (Mrd.) Kilometer zurückgelegt. Das auf die Wasserstofftechnologie herunter gerechnet heißt das: Mit einem 1 kg Wasserstoff kommt man hier ca. 100 km = 10 Liter Süßwasser. 611 Mrd. Kilometer : 100 km = 6,11 Mrd. Liter = 6,11 Millionen (Mio.) m² Süßwasser. Würden alle PKWs in Deutschland mit Wasserstoff angetrieben, müssten jährlich 6,11 Mio. m² Süßwasser in Gas gewandelt werden. Nun kann man ja sagen, Wasser ist auf der Erde kein knapper Rohstoff. Salzwasser nicht – jedoch sauberes Süßwasser. Jetzt könnte man ja auf die Idee kommen Salzwasser in Süßwasser zu wandeln, dies würde den jetzt schon schlechten Wirkungsgrad extrem weiter verschlechtern. Was hätte diese (letztendlich) gigantische Menge an Süßwasser, die in die Gase Wasserstoff und Sauerstoff gewandelt würde, für Auswirkungen in der Biosphäre? Bei dem ganzen Hype zur CO²-Neutralität, sollte nicht der Blick auf das Ganze verloren gehen. Wie könnte denn eine stimmige, umwelt- und naturfreundliche (lebensbejahende) Mobilität, mit welchem Energieträger und Technologie, in der Zukunft aussehen? Welcher Energieträger mit welcher Technologie wären wirklich zukunftsweisend?“

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